Mein Weg mit Candy

Obwohl ich mir für mein nächstes Pferd fest vorgenommen

hatte, dass es diesmal gesund sein soll und vor allem kein Problempferd, ergänzt nun die liebe Candy unser Trio. Wie es dazu kam und vor welche Herausforderungen ich hier gestellt wurde, erzähle ich euch im nächsten Abschnitt.

2019, mit 21 Jahren hatte ich endlich genug Geld gespart um für Felix eine neue Freundin und ein Nachwuchspferd für mich zu suchen.

Ich informierte mich sehr lange über verschiedenste Pferderassen und suchte nach dem geeigneten Pferd. Ich suchte einen Wallach, da ich nie ein Stutenmensch war. Zuerst wurde ich in meinem Stall fündig. Eine wunderschöne Appaloosa Stute mit top Reining Abstammung. Leider stellte sich bei der AKU heraus, dass sie einige gesundheitliche Baustellen hat, was mich dazu brachte weiter zu suchen. 

Irish Cobs faszinierten mich schon lange. Sie waren bei weitem nicht was ich gesucht hatte (Meine Suche ging in Richtung Criollo/ Lusitano / PRE da ich mich in die Working Equitation Sparte bewegen wollte), aber trotzdem bewegte mich etwas dazu, einen Besichtigungstermin bei einem Schweizer Händler & Züchter zu vereinbaren. 

Dort angekommen, traf ich auf die sehr netten und liebevollen Stallbetreiber. Auf Nachfrage, durfte ich dann meine jetzige Stute auf der Weide begutachten. Sie sei aber etwas skeptisch und auch nicht sehr sozial mit anderen Pferden. Dies schreckte mich nicht ab und als ich sie auf der Weide erblickte, sagte mir mein Herz erneut, dass sie die richtige ist. 

Trotz ihrer nicht sehr guten Bemuskelung und dem doch  noch nicht weitem Ausbildungsstand (Reiter tragen in allen Gangarten. Keine Bodenarbeit oä.), liess ich sie mir vorreiten und arbeitete etwas am Boden mit ihr. Da sie nicht viel konnte, achtete ich dort nur darauf ob mir ihre Charakterzüge entsprechen und ob ich sie reiterlich angenehm finde. Dementsprechend, habe ich unter Voraussetzung einer guten AKU, am selben Tag den Kaufvertrag unterschrieben. 

3 Tage später durfte ich meine Schönheit dann bei mir im Stall begrüssen. Kurz darauf musste ich dann leider ebenfalls feststellen, dass sie viele Baustellen hatte. Sie liess sich nichtmehr aufhalftern, Trat sogar nach einem wenn man die Beine anfasste, zitterte wenn sie den Sattel sah, versuchte permanent durchzubrennen, stieg etc. 

Innert kurzer Zeit, erreichte ich mit ihr am Boden sehr viel. Das einfache Handling funktionierte, sie rannte nichtmehr davon, wir machten sogar Freiarbeit. Reiterlich waren die Baustellen leider nicht so einfach zu beheben. 

Vermutlich, hat sie in Irland nicht sehr schöne Sachen erlebt. Gesundheitlich liess ich sie erneut abklären. Es zeigte sich, dass sie an den Zähnen und im Rücken (wie vermutet) keine Befunde hat, allerdings durch einen Unfall (Vermutung) Spat in einem Bein. Dies beeinträchtig sie heute bei angepasster Arbeit allerdings nur selten.
 
Auch sie lehrte mich wieder neue Dinge und brachte mich weiter. Vor allem meine Geduld wurde durch ihr sehr sensibles, dominantes, etwas hysterisches und sehr intelligentes Wesen geschult.
 
Heute nach 3.5 Jahren, haben wir extreme Fortschritte gemacht. Reiterlich befinden wir uns inzwischen auf einem sehr guten Weg und sie öffnet sich immer mehr. Sie arbeitet mit und möchte gefördert werden. Ihre Angst vor dem Reiter ist so gut wie weg und auch ihre Angst vor anderen Pferden wird immer weniger. Wir können inzwischen auch mit anderen Pferden in der Halle reiten. Steigen, Durchbrennen, Treten etc. gehören auch schon lange der Vergangenheit an.

 Von Perfektion sind wir noch weit entfernt, aber wir befinden uns auf einem guten Weg. Denn etwas elementar wichtiges in der Ausbildung eines Pferdes ist die Zeit.